St. Bernhards-Klub e.V.

1. Spezialklub für Bernhardiner gegründet 1891

Gesundheit & Krankheit

Der Bernhardiner zählt zu den relativ gesunden nund robusten Hunden. Krankheitsanfällig ist er wenig. Doch auch er ist ein Lebewesen und all dem ausgesetzt, dass jedes Lebewesen anfeindet. Der Verein und auch die Züchter des Vereins versuchen mit recht großen Aufwand, Erbkrankheiten zu bekämpfen. Dies gelingt auch recht gut. Doch es gibt auch die kleinen - oft recht lästigen - Dinge, die erworben werden können.

Spulwürmer - Bandwürmer

Fast alle Welpen werden schon im Mutterleib mit Spulwürmern infiziert. Sie sollten daher bei der Abgabe durch den Züchter bereits Wurmkuren hinter sich haben. Spulwürmer können bei Junghunden zu Verdauungs- und Entwicklungsstörungen und zu Vergiftungen führen. Vorsichtshalber können Wurmkuren nach drei, sechs und zwölf Monaten wiederholt werden. Vertrauen Sie dabei den wirksamen, verschreibungspflichtigen Mitteln; rohe Möhren alleine können keine Wurmfreiheit garantieren. Ältere Hunde beherbergen im allgemeinen nur noch vereinzelte oder gar keine Spulwürmer, da sie Abwehrstoffe gebildet haben. Für chronische Verdauungsbeschwerden, wie regelmäßig wiederkehrender oder unstillbarer Durchfall, können andere Darmschmarotzer, Kokzidien (einzellige Schleimhautparasiten), Hakenwürmer oder Peitschenwürmer - verantwortlich sein. Eine Kotuntersuchung kann näheren Aufschluss geben: Die Behandlung muss nach tierärztlicher Verordnung erfolgen. Kürbiskernförmige, anfangs noch bewegliche Gebilde im Stuhl sind Glieder des Hundebandwurmes. Bandwürmer brauchen für ihre Entwicklung einen Zwischenwirt. Für den Hundebandwurm ist dies der Hundefloh, der die Bandwurmeier aufnimmt. Im Floh entwickelt sich die Finne, die beim "Flohknacken" vom Hund aufgenommen wird und zum fertigen Bandwurm auswächst. Im Zuge der tierärztlich verordneten Bandwurmkur müssen Hund und Lager daher auch gegen Ektoparasiten behandelt werden. Besonders bei Jagdhunden kann außerdem der gesägte Bandwurm auftreten, dessen Zwischenwirte Hasen und Kaninchen sind. Andere Bandwurrnarten, die durch Fisch, Rinder- und Schafeingeweide oder Mäuse und Ratten übertragen werden, kommen seltener vor.

Der Impfplan

Infektionserreger bedrohen Gesundheit und Leben des Hundes. Staupe und ansteckende Leberentzündung sind Viruskrankheiten, die zwar für Junghunde besonders gefährlich sind, aber auch ältere Hunde befallen. Die früher übliche einmalige Impfung der Junghunde ist heute nicht mehr ausreichend. Da die Krankheiten seltener geworden sind, fehlt der häufige Kontakt mit den Erregern und damit die natürliche Auffrischung des Impfschutzes. Der Käufer eines Hundes muss im Impfpass prüfen, ob der Hund nicht etwa nur einen "passiven" Serumschutz für zwei bis drei Wochen erhalten hat. In diesem Fall müsste zweimal "aktiv nachgeimpft werden. Wiederholungsimpfungen sind in jährlichem Abstand erforderlich, wenn der Bernhardiner einen dauerhaften und sicheren Schutz behalten soll. Die Stuttgarter Hundeseuche ist eine durch Bakterien (Leptospiren) hervorgerufene und von Hund zu Hund übertragbare Seuche. Die meisten Impfstoffe schützen gleichzeitig gegen den Erreger der Wedschen Krankheit, die durch Mäuse- und Rattenharn übertragen wird. Schließlich kann und soll der Hund gegen Tollwut geimpft werden. Die modernen Impfstoffe sind für Hunde außerordentlich gut verträglich. Sie vermitteln einen ein- bis zweijährigen Impfschutz. An die Bedeutung der Impfung in Seuchen-Verdachtsfällen, für Ausstellungen und Auslandsreisen und nicht zuletzt zum Schutze des Menschen sei an dieser Stelle erinnert. Nur gesunde Hunde bilden einen ausreichenden Impfschutz. Deshalb müssen Welpen und Junghunde vorher entwurmt werden. Kranke Hunde sind von der Impfung zurückzustellen. Nach der Impfung sollte das Futter zwei Wochen lang besonders hochwertiges Eiweiß wie Ei, Quark, Muskelfleisch, Herz enthalten. Viele Impfstoffe sind heutzutage zu Mehrfach-Impfstoffen zusammengefasst worden, so dass man in Absprache mit dem Tierarzt nicht mehrere Impfungen vornehmen lassen muss, sondern dies auf einmal machen lassen kann. Gebräuchlich sind die Mehrfachimpfungen gegen Staupe, Hepatitis, Leptospirose und Parvovirose (SHL+P) und die gegen Staupe, Hepatitis, Leptospirose, Parvovirose und Tollwut (SHLP+T). Normalerweise werden die Welpen mit 8 Wochen mit dem erstgenannten Impfstoff geimpft. Nach ca. 4 Wochen (also mit 12 Wochen) werden sie noch einmal geimpft. Es empfiehlt sich auf jeden Fall, den Welpen nach weiteren vier Wochen (also mit ca. 16 Wochen) noch einmal gegen Parovirose zu impfen. Damit ist die Grundimmunisierung abgeschlossen. Diese Impfung wird nun jährlich wiederholt, um dem Hund einen lückenlosen Schutz gegen die entsprechenden Seuchen zu gewähren. Es empfiehlt sich fernerhin, den Hund gegen Tollwut impfen zu lassen. Dies ist ohnehin notwendig, wenn man in einem von Tollwut gefährdeten Gebiet wohnt, ins Ausland reisen möchte oder eine Hundeausstellung besuchen will. Diese Impfung ist ebenfalls nur immer ein Jahr gültig.

Alarmzeichen

An dieser Stelle können unmöglich Ursachen und Erscheinungen der wichtigsten Hundekrankheiten auch nur annähernd vollständig beschrieben werden. Über die bereits an anderen Stellen gegebenen Hinweise hinaus sollen aber stichwortartig wenigstens die Anzeichen schwerer, bisher nicht erwähnter Krankheiten aufgeführt werden, deren Kenntnis unter Umständen lebensrettend sein kann: Für einen Darmverschluss oder einen Fremdkörper im Darm sprechen Erbrechen und zunehmende Mattigkeit ohne Kotabsatz. Alarmstufe I besteht bei Kolik mit Aufblähung des Bauches durch eine Magenumdrehung. Wenn der Bauch allmählich dicker wird, können Bauchhöhlenwassersucht, Gebärmuttervereiterung oder Tumore die Ursache sein. Unstillbarer Durst mit oder ohne Scheidenausfluss lässt bei älteren Hündinnen an eine Gebärmutterkrankheit denken. Vermehrter Durst kann auch durch Nierenerkrankungen hervorgerufen werden; wenn Mattigkeit und Mundgeruch hinzukommen, ist meistens bereits eine Harnvergiftung eingetreten. Diese Erscheinungen sind auch bei der Stuttgarter Hundeseuche zu beobachten. Auch wenn kein Harn abgesetzt wird (Harnsteine, Blasenriss, Vergiftung), besteht höchste Gefahr. Blutbeimengungen in Kot oder Urin zeigen schwerwiegende krankhafte Zustände an. Vermehrter Speichelfluss wird im harmlosesten Fall durch Fremdkörper in der Maulhöhle oder lose Zähne ausgelöst, bedenklicher wäre eine E-605-Vergiftung, schlimmstenfalls wäre an eine Tollwutinfektion zu denken. Die Färbung der Schleimhäute am Auge, im Fang und in der Scheide gibt wertvolle Hinweise auf innere Erkrankungen: Blässe deutet auf Blutarmut hin, Gelbfärbung auf Leberschäden mit Gelbsucht, punktförmige oder flächige Blutungen auf schwere Infektionen oder Vergiftungen mit verzögerter Blutgerinnung, und eine bläuliche Färbung tritt bei Herz- und Kreislaufschäden auf. Wenn gleichzeitig erschwerte pumpende Atmung mit Aufblähen der Backen zu beobachten ist, besteht höchste Lebensgefahr. Bei nicht abklingenden Lahmheiten der Vorhand muss der Tierarzt röntgenologisch klären, ob eine Ablösung des Ellbogenhöckers vorliegt. Schmerzhafte Knochenauftreibungen mit Fieber bei Junghunden müssen intensiv behandelt werden.