St. Bernhards-Klub e.V.

1. Spezialklub für Bernhardiner gegründet 1891

Die Haltung und Pflege

Ich setze einmal voraus, dass jeder, der sich einen Bernhardiner kauft, auch über die äußeren Gegebenheiten verfügt, ihn zu halten. Der ist kein Hund für eine Mietwohnung. Er kann durchaus im Haus gehalten werden. Er wird dies sogar begrüßen, denn er liebt es, wie jeder andere Hund, Kontakt zu haben. Wegen seiner Größe benötigt er aber im Haus auch größere Freiflächen. Der Boden darf nicht glatt sein, da er sonst leicht ausrutscht und sich verletzen könnte. Er sollte auch nicht häufig Treppen steigen müssen, da dabei die Belastung der Bänder, besonders bei der Vorderhand enorm ist. Ein Hund der sich noch im Wachstum befindet, hat ohnehin Probleme genug seinen Bänder- und Muskulaturapparat zu festigen, da dieser wegen des Wachstums und der damit verbunden Gewichtszunahme beansprucht ist. Er muss ebenfalls einen Ruheplatz finden können, der nicht zu warm ist. Da der Hund aber auch einmal krank und dabei vielleicht unsauber werden kann, ist man gut beraten, auch wenn man ihn im Haus hält, einen Platz draußen zu haben, den er kennt und akzeptiert. Letzteres fällt viel leichter, wenn er ihn regelmäßig, auch als Welpe, aufsuchen muß. Lassen sie sich nicht erweichen, wenn der Hund anfangs draußen jammert. Er ist ein Rudeltier und fühlt sich einsam. Gibt man seinem Jammern nach, wird man ihn nie daran gewöhnen, draußen allein zu bleiben.

Bauanleitung für Hundehaus und Zwinger

Der einschlägige Fachhandel bietet eine Vielzahl von Hundehütten und Zwingern aus vorgefertigten Elementen an. Die unserer Rasse entsprechenden Größen sind nicht gerade billig. Sie können sparen, wenn Sie bei einigem handwerklichen Geschick selbst zur Tat schreiten. Als Baumaterialien bieten sich Holz und Stein gleichermaßen an. Beide haben Vor- und Nachteile. Gleich welches Material Sie vorziehen, aus Isolationsgründen sollte das Hundehaus doppelwandig und doppelbödig sein.

Wählen Sie die Außenwand in Stein, besitzen Sie die pflegeleichtere Ausführung, aber dafür auch die kältere. Nehmen Sie Holz, vielleicht Nut und Feder, müssen Sie jedes Jahr die Außenwand streichen. Aus Isolationsgründen sollte die selbstgebaute Behausung auf Steinplatten oder Balken stehen. Für das Dach eignet sich eine wetterfeste Dreischichtplatte (d = 20 mm) mit Dachpappe überzogen. Alle Wände des Schlafraumes sind zweischalig mit Zwischendämmung. Innen wird auf den Vierkant-Holzrahmen eine 10 mm starke Spanplatte oder Dreischichtplatte befestigt. Innerhalb des Rahmens (40 mm stark) kann Dämmmaterial gelegt werden. Von außen werden Bretter mit Nut- und Federbord befestigt. Die Rückwand und die Seitenwand des überdachten Liegeplatzes brauchen nicht unbedingt zweischalig angefertigt zu werden. Der Fußboden sollte für Schlaf- und Liegeraum durchgehend zweischalig sein. Damit das Dach zu Reinigungszwecken hochgeklappt werden kann, müssen an der Rückseite entsprechend starke Scharniere angebracht werden. Man kann den Eingang zum Schlafraum auch weiter zur Rückwand hin versetzen. Im Winter kann man einen Sack oder einen alten Teppich vor den Eingang hängen. Die Größe des Hundehauses ist so zu bemessen, dass Ihr Bernhardiner durch seine Körpertemperatur den Schlafraum temperiert. Heranwachsende Hunde nagen gern an allem herum. Deshalb empfiehlt es sich alle Holzbalken (vor allem den Einstieg) mit einem Metallwinkel zu versehen. Wollen Sie einerseits dem Aufliegen der Ellenbogen entgegenwirken Folgen sind oft Schleimbeutelentzündungen an den Ellenbogen - andererseits ein Weiteres zur Reinigung Ihres Hundes tun, müssen Sie für eine gute Unterlage oder Einstreu sorgen. Es gibt fertige Hundematratzen, mindestens so gut aber ist sauberes Weizenstroh. Wie oft Sie die Einstreu wechseln, hängt nicht zuletzt vom Grad der Verschmutzung ab. Im Stroh säubern sich die Hunde am besten. Ein Zwinger kann schnell zu klein, aber selten zu groß sein. Eine besondere Form (rechteckig oder quadratisch) muss nur bei den meisten als Baukästen im Handel befindlichen Zwingern beibehalten werden.

Sind Sie Ihr eigener Baumeister, versuchen Sie vielleicht, ihn der Umgebung anzupassen. Der im folgenden vorgeschlagene Zwinger kann als Bausatz bei vielleicht geringfügigen Änderungen gekauft werden. Die Höhe der Einzäunung oder Gitter sollte mindestens 150 cm betragen.Wollen Sie den in der Zeichnung mit "F" gekennzeichneten gesicherten Aufenthalt zusammen mit der Hütte überdachen, denken Sie selbstverständlich an die entsprechende Höhe. Sie müssen jeden Tag durch diesen Bereich gehen, um Futter und Wasser zu bringen. Bemessen Sie also großzügig. Dieser gesicherte Aufenthalt soll dem Hund zeitweise nur als alleinige Bleibe dienen.

Wollen Sie im großen Auslauf "G" reinigen oder sonst arbeiten, sperren Sie den Hund in "F" ein. Soll bei schlechtem Wetter der Hund nicht verschmutzen, weil z.B. eine Fahrt im Auto bevorsteht, kommt er ebenfalls in "F". Desgleichen kann er im Sommer vor der heißen Sonne hier Zuflucht suchen. Pflanzen, junge Bäume und Sträucher machen sich im Auslauf nur solange gut, wie sie vor dem Urin Ihres Rüden geschützt sind. Sie sollten besser außen angebracht werden. Wenn Sie Teile des Zwingers und des Auslaufes befestigen wollen, sollten Sie weder Beton noch Betonprodukte verwenden. Am besten bewährt haben sich Hartbrandziegel (Klinker). Sie sind frostsicher und passen sich der Körperwärme des darauf liegenden Hundes an. Sie sind gut mit Wasser zu reinigen und trocknen sehr schnell. Gepflasterte Flächen sollten deshalb ein gutes Gefälle mit Wasserablauf (z.B. Hofsinkkasten) haben. Wenn Ihr Hund längere Zeit im Zwinger verbringen muss, sollte der Auslaufbereich möglichst lang sein, damit er auch ins Laufen kommt. Die Breite ist nicht so wichtig, es reichen 3 m. Denken Sie bei den Türen daran, dass sie von außen und innen verschließbar sein müssen und dass manche Hunde im Ausbrechen wahre Künstler sind. Ein Untergraben der Begrenzung wird durch ein frostsicheres Fundament unmöglich gemacht. Ein Überspringen derselben ist ab 175 cm Höhe unwahrscheinlich. Gleich wie Sie Ihren Zwinger anlegen und einrichten, er muss groß genug, wetterfest und in der Lage sein, den Hund vor Feuchtigkeit, Zugluft, Kälte, aber auch vor Hitze zu schützen. Doch was nützt der ideale Zwinger, wenn er nicht ständig sauber gehalten wird. Nachlässigkeit bringt Ihrem Hund unweigerlich Gefahr. Diese Sauberkeit muss sich natürlich auch auf Futternapf und Wassereimer erstrecken; sie müssen täglich gründlich gereinigt werden.

Haarkleid und Haut

Eine nicht ausgewogene Fütterung, besonders an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen, wirkt sich, wie Sie im Kapitel Ernährung lesen konnten, in einer Vielzahl von Gesundheitsstörungen aus. Oftmals ist sie die einzige Ursache für Haut- und Fellkrankheiten, während der Tierhalter verzweifelt nach anderen sucht. Was für uns selbstverständlich ist, Reinlichkeit und Hygiene, sollte man auch seinem Hund bieten. Haarkleid und Haut sind der Schutz des Hundes vor allen Witterungseinflüssen. Die meisten Hunde wechseln im Frühjahr und im Herbst ihr Haarkleid; bei den Ausmaßen eines Bernhardiners fallen dann beträchtliche Mengen an Haaren an. Hier hilft nur bürsten. Eine harte Borstenbürste oder eine weiche Drahtbürste mit Naturborstenkranz erfüllen am besten diesen Zweck. Nur mit einem Kamm arbeiten könnte bedeuten, dass zusätzlich gesunde Haare ausgerissen und die Haut verletzt wird. Die tägliche Bürstenmassage übers ganze Jahr hinweg erleichtert diese Prozedur erheblich; so können die Haare vor allem an der Rute und den Hosen der Hinterläufe nicht verfilzen und Knoten bilden. Dies ist ein "Muss" bei den Langhaarigen, die Kurzhaarigen sind weniger pflegeintensiv, sollten aber ebenfalls regelmäßig gebürstet werden. Baden ist nicht nur überflüssig, sondern kann auch schädlich sein. Das hierbei entfettete Haar wird leichter nass, zudem wird der Säuremantel der Haut unnötig zerstört. Erkältungskrankheiten können provoziert werden. Nur wenn Ihr Hund sich in Kuhfladen oder sonstigem Unrat richtig wohlig gewälzt hat, das ursprüngliche Weiß nunmehr undefinierbar ist, sollte ein Grund zum Baden vorliegen. Es gibt spezielle Hundeshampoos, mit denen der Hund eingerieben und mit lauwarmem Wasser wieder ausgewaschen wird. Anschließend sollte das Haar mit Frotteetüchern trockengerieben werden. Achten Sie in Ihrem eigenen Interesse darauf, dass Ihr Hund anschließend nicht so schnell Gelegenheit erhält, sich erneut zu wälzen und sorgen Sie dafür, dass er seinen warmen, zugfreien Platz erst dann verlassen kann, wenn auch seine Unterwolle völlig getrocknet ist. Baden im See oder in anderen Gewässern ist etwas ganz anderes. Geben Sie Ihrem Hund so oft wie möglich Gelegenheit, seine Muskeln auch im Wasser zu trainieren, wenn er will. Achten Sie aber vor allem bei Welpen und Junghunden darauf, dass Ihr Hund auch eine flache Stelle zum Aussteigen zur Verfügung hat, ermüden die Kleinen doch schnell und haben Schwierigkeiten, steile Böschungen zu erklimmen, vor allem mit nassem, schwerem Fell. Trockenshampoo eignet sich sehr gut zur Fellpflege des kurzhaarigen Bernhardiners, nicht aber des langhaarigen, klumpt es doch, wenn es feucht wird, zu schnell zusammen.

Augen und Ohren

Warten Sie bitte nicht, bis Ihr Hund durch Kopfschütteln und Kratzen der Hinterläufe an den Ohren anzeigt, dass seine Ohren alles andere als sauber sind. Sie sollten zur Verhütung von Entzündungen (Otitis) einmal wöchentlich gereinigt werden. Da Hundeohren kurz vor dem Trommelfell einen Knick machen, ist es nicht ratsam, mit Öl und Watte das Ohrenschmalz - braun bis schwarz gefärbt - aus der Ohrmuschel und dem äußeren Gehörgang zu entfernen. Es könnte hierbei zu schnell passieren, dass Sie im Bestreben, alles Ohrenschmalz zu entfernen, wider Willen hinter dem Ohrknick das Ohrenschmalz zusammenstopfen, was schlimmer wäre als nur schmutzige Ohren. Deshalb ist es besser, den äußeren Gehörgang mit einem Ohrreinigungsmittel auszuwaschen, das die Ohrschmalzreste löst. Verfahren Sie dabei wie folgt: Das Mittel wird randvoll in die Ohrmuschel gefällt; hierzu heben Sie zweckmäßigerweise beim liegenden Hund das Außenohr an zum Trichter. Mit der einen Hand wird dann die Ohrmuschel zugedrückt, mit der anderen wird von außen der Gehörgang massiert. Schmutz und Schmalz werden dann vom Hund sehr schnell durch kräftiges Schütteln des Kopfes nach außen befördert. Es empfiehlt sich deshalb, ins Freie zu gehen; es sei denn, Sie wünschen ein neues Tapetenmuster. Übel-muffiger Geruch deutet oft auf eine Entzündung hin. Stark verbreitet sind Entzündungen durch Ohrmilben, die die Haut des Innenohres reizen und verletzen. Getreidegrannen können sich im Gehörgang einklemmen. Bakterien und Pilze komplizieren jede Entzündung. Gehen Sie in solchen Fällen unverzüglich zum Tierarzt, der auch das geeignete Ohrreinigungsmittel verordnen wird. Zur Augenpflege gehört die Entfernung eines Schleimpfropfes, der sich während bzw. nach dem Schlafe bilden kann. Er kann leicht mit einem Leinenläppchen oder einer Mullbinde entfernt werden. Eine erhebliche Rötung der Bindehäute und damit Bindehautentzündungen kann schnell durch Zugluft, Staub oder UV-Strahlung hervorgerufen werden. Zur Linderung einer vorliegenden Bindehautentzündung sollten frühzeitig Augentropfen in die heruntergezogenen Bindehautfalten verabreicht werden. Borwasser kann Reizungen verursachen und das Befinden nur verschlechtern. Eitrige oder länger andauernde Entzündungen sollten in jedem Falle vom Tierarzt untersucht und behandelt werden.